Why value land?

„Nature is our home. Good economics demands we manage it better.”
Sir Partha Dasgupta – Dasgupta Review 2021

…doch diese ökologische Grundlage für den Wohlstand unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften ist dramatisch gefährdet. Bis zu 40 % der weltweiten Landfläche sind bereits degradiert. Das heißt, dass die Leistungen, die sie für uns Menschen erbringen, reduziert sind oder verloren gehen. Von dieser Entwicklung sind 3,2 Milliarden Menschen betroffen (UNCCD 2022). 75 % der Landoberfläche der Erde sind bereits durch den Menschen erheblich verändert worden.[1] Die Bodendegradation ist dabei eng mit dem Klimawandel und dem Biodiversitätsverlust verknüpft. Dies wurde auch auf internationaler Ebene jüngst nochmals durch die Ergebnisse der letzten Vertragsstaatenkonferenz der Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (Wüstenbildung) UNCCD) deutlich.

Der wahre Wert von Land – jenseits des Marktpreises

Der wirtschaftliche Wert von Land wird in der Regel durch den unmittelbaren land- oder forstwirtschaftlichen Marktwert bestimmt. Diese verengte Marktperspektive führt aber zu einer chronischen Unterbewertung von Land und bietet oft Anreize für die Maximierung kurzfristiger Gewinne. Infolgedessen werden die Ressourcen übernutzt, die Qualität von Böden verschlechtert sich und intakte Ökosysteme gehen verloren.

Eine der Hauptursachen: Unser Versäumnis, den wahren Wert von Land zu „wertschätzen“ und in unseren Entscheidungen entsprechend zu berücksichtigen.

Der wahre Wert von Land ist dabei definiert als die Summe der Ökosystemleistungen, die das Naturkapital des Bodens – Boden, Wasser und biologische Vielfalt – erbringt.

ELD-Initiative: Wert von Land sichtbar machen

Hier setzt die Economics of Land Degradation (ELD) Initiative an: Wir wirken darauf hin, dass der gesamtheitliche Wert von Land bei Entscheidungen über dessen Nutzen – ob zur Bewirtschaftung oder zu dessen Schutz bzw. dessen Rehabilitierung – eine Rolle spielt. Dabei geht es nicht allein um den wirtschaftlichen Wert von Land. Wenn ELD also den „Wert von Land“ in unterschiedlichen Kontexten analysiert, ist der Fokus häufig breiter und geht über den rein ökonomischen Nutzen hinaus. Wir tun dies mit dem Ziel, Lösungen für einen transformativen Wandel hin zu nachhaltiger Landnutzung und Landdegradationsneutralität aufzuzeigen, Handeln zu fördern und im besten Fall auch zu skalieren. Wir verstehen „transformativen Wandel“ im Sinne der Definition von 2022 des IPBES, in der dieser dargelegt wird als „tiefgreifender und umfassender Wandel von Gesellschaften und Volkswirtschaften, der notwendig ist, um Entwicklung und Wohlstand innerhalb der planetarischen Grenzen zu gewährleisten. Keine einzelne Maßnahme wird einen transformativen Wandel herbeiführen, aber eine Reihe von Hebelpunkten kann dazu beitragen, die notwendigen Bedingungen zu schaffen“.

Biodiversity loss is just as alarming for business and humanity as it is for the environment. Business-as-usual cannot continue. $44 trillion of economic value generation – over half the world’s total GDP – is moderately or highly dependent on nature.“
(World Economic Forum, Nature Risk Rising 2020)

Die ELD-Initiative hat den Begriff „Der Wert von Land“ im Jahr 2015 geprägt (ELD, „The Value of Land Report“). Es ist heute allgemein anerkannt, dass multiple Perspektiven und Dimensionen des „Wertes“ anerkannt werden müssen. Diese können unter anderem in biophysikalischen, soziokulturellen, sozioökonomischen oder monetären Begriffen ausgedrückt werden (IPBES Values Assessment 2022).

Ökosystemleistungen inklusiv bewerten

Landökosysteme erbringen eine ganze Reihe von Leistungen, die für die Gesellschaft und die Wirtschaft sehr wichtig, gleichzeitig aber nur wenig sichtbar und nur schwer zu quantifizieren sind. Das sind z. B. Wasserfilterung, Bestäubung, Erosionsschutz, Regulation des lokalen Klimas oder Kohlenstoffspeicherung – um nur ein paar zu nennen. Diese „versteckten“ Leistungen werden in der Regel nicht in gesamtwirtschaftlichen Rechnungen einbezogen oder in Investitionsentscheidungen berücksichtigt, ungeachtet dessen, dass der weltweite Wert der Ökosystemleistungen sich auf bis zu 145 Billionen Dollar pro Jahr beläuft – das 1,5-fache des globalen BIP. Die Ignoranz des wahren Wertes von Land und seinen „gesunden Böden“ hat zur Folge, dass weiter Flächen in großem Maßstab degradieren und mit dem Verlust von „gesundem Land“ jedes Jahr Ökosystemleistungen im Wert von 10,6 Billionen Dollar verloren gehen (ELD-Bericht The Value of Land 2015).

Wirtschaftliche Argumente – Kosten-Nutzen für gesunde Böden

Unter Berücksichtigung des gesamten Spektrums an Ökosystemleistungen zeigt sich in der Analyse des Wertes von Land in einem gegebenen Kontext zumeist ein Sachverhalt, der ein überzeugendes wirtschaftliches Narrativ für eine nachhaltige Landbewirtschaftung, den Schutz und die Wiederherstellung von Landressourcen liefert. Denn im Umkehrschluss werden zugleich die „wahren Kosten“ sichtbar, die mit einer nichtnachhaltigen Bewirtschaftung des Landes, die die Böden degradiert, und dem damit einhergehenden Verlust der vielfältigen Ökosystemleistungen einhergehen. Gesamtökonomische Studien zeigen auch, dass jeder Euro, der in die Wiederherstellung von degradiertem Land investiert wird, einen wirtschaftlichen Nutzen von 7 bis zu 30 Euro erbringt (UNCCD 2022). Das ist die gute Nachricht: Wiederherstellung und Erhaltung von Ökosystemen zahlen sich wirtschaftlich aus und Zahlen wie diese können als „Sprache“ in der Kommunikation dienen, um auch bei Laien und Entscheidern, die wenig Expertise zum Thema Landmanagement mitbringen, Aufmerksamkeit für die Problematik zu erzeugen.

Entscheidungshilfe für Investitionen

Und trotz dieser klaren Evidenz und steigendem Bewusstsein über die Notwendigkeit einer „Landwende“ (siehe Gutachten des WBGU) spiegelt sich das nicht in entsprechenden Finanzierungen und Investitionen weltweit wider. Hier fehlt ein entscheidendes Mittelstück. Um den Wandel und einen Perspektivwechsel voranzutreiben, reicht es nicht aus, nur den Wert von Land und die von ihm erbrachten Ökosystemleistungen aufzudecken und damit Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es bedarf einer soliden und richtungweisenden Informationsgrundlage, die bei privaten wie öffentlichen Investitionsentscheidungen Orientierung gibt, z.B. durch konkrete Kosten-Nutzen-Analysen und optionale Transformationsszenarien. Die Schaffung eines förderlichen Umfeldes für den oben beschriebenen transformativen Wandel, beispielsweise durch politische Reformen, wirtschaftliche Anreizsysteme und entsprechende institutionelle Strukturen, ist elementar, um beherztes Handeln zu ermöglichen und die erforderlichen Investitionen zu mobilisieren.

Ökonomische Bewertungen und deren Narrative sind wirkungsstarke Instrumente, die nötige Bereitschaft für Investitionen und richtungweisende Informationsgrundlagen für den Wandel zu schaffen, indem der Wert von Boden und Land bei Entscheidungen ihrem wahren Wert entsprechend berücksichtigt wird. Sie können auf verschiedene Weise genutzt werden, um zu informieren und Entscheidungen zu beeinflussen:

  • Wirtschaftliche Argumente für Investitionen in Land und Ökosysteme (oder für die Unterstützung der Interessengruppen, die diese erhalten, z. B. einer lokalen Bevölkerung im Rahmen einer Vereinbarung über die Bezahlung von Ökosystemleistungen);
  • Erweiterte Kosten-Nutzen-Berechnungen zur Bewertung von Optionen, Interventionen, Politiken usw.
  • Modifizierung von Wirtschafts-/Wachstumsindikatoren zur angemessenen Berücksichtigung von Ökosystemleistungen
  • Ermittlung von Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte, Einkommen und Einnahmen, z. B. Zertifizierungssysteme und Spitzenpreise für Produkte, die z. B. die Erhaltung der biologischen Vielfalt unterstützen
  • Berechnung von Preisen, Abgaben und Gebühren für Umweltgüter und -dienstleistungen
  • Kalkulation und Anrechnung von Umweltschäden, Strafen und Bußgeldern
  • Bewertung von schädlichen Subventionen und deren Reform
  • Unterstützung von Entscheidungen über Investitionen in die nachhaltige Nutzung und Wiederherstellung von Land und Ökosystemen
  • Ex-post-Bewertungen von Interventionen, Projekten, Politiken usw.

Wirtschaftliche Bewertungen können somit im politischen Zyklus verschiedene Rollen spielen. Die Nachfrage nach entsprechenden ökonomischen Informationen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wenngleich Entscheidungsfindung natürlich nicht nur auf der Grundlage von wissenschaftlichen und ökonomischen Informationen erfolgt. Angestoßen durch verschiedene internationale Initiativen (u.a. TEEB, SEEA) hat die Bereitschaft zur Inwertsetzung von Ökosystemleistungen zugenommen.

„Die Gratis-Dienstleistungen der Natur müssen sich endlich als Faktor in ökonomischen Bilanzen wiederfinden. Die Erde darf nicht länger ein frei verfügbares Rohstofflager für die Konzerne dieser Welt sein“

Olaf Tschimpke, NABU.

Ein wichtiger Hebel dafür ist, diesen Dienstleistungen der Natur, z.B. den Ökosystemleistungen gesunder Böden, einen ökonomischen Wert zu geben, um Entscheidungsträger*innen eine Grundlage für Investitionen in den Erhalt dieser Ökosysteme zu liefern. Mit sehr klaren und verlässlichen Kosten-Nutzen-Rechnungen kann deutlich aufgezeigt werden, wie Investitionen in den Erhalt gesünder Böden und der Leistungen, die landbasierte Ökosysteme für die Gesellschaft erbringen, sich rechnen, um diese in Investitionsentscheidungen mit einzubeziehen. Dazu gilt es, wissenschaftlich robuste ökonomisch Informationen auch zielgruppenspezifisch aufzubereiten und zu kommunizieren, um mit der Inwertsetzung von Natur neue Allianzen entstehen zu lassen.

Die Rolle der GIZ & ELD

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist durch ihre Arbeit im Bereich Politikberatung mit Standorten und Partnerschaften in über 120 Ländern gut für die Vermittlerrolle entsprechender Informationen an politische Entscheidungsträger*innen aufgestellt. Die bei der GIZ angesiedelte ELD-Initiative arbeitet weltweit auf verschiedenen Ebenen an dieser Schnittstelle von Wissenschaft/Ökonomie und Politik und bringt durch ihr weltweites Netzwerk von Institutionen und Experten aus dem Bereich Forschung, Ökonomie und Finanzen zusätzliche Kontakte mit in diesen Austausch. Dieses Netzwerk erfordert ein hohes Engagement, ist aber in seiner informellen Struktur sehr wertvoll und erlaubt eine flexible Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen und Produkten ohne größere formelle Einschränkungen.

An der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik enthalten ökonomische Informationen ein großes Überzeugungspotential, so dass auch Entscheidungsbefugte aus nicht direkt „grünen“ Bereichen davon überzeugt werden können, dass sich der Erhalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen lohnt und konkrete Änderungen bewirkt werden können.

Ergebnisse der Arbeit der ELD-Initiative

Die ELD-Initiative identifiziert drei Kategorien von Lösungen, die als Hebelpunkte für den Nexus Land-Wasser-Klima-Biodiversität dienen:

  1. Nachhaltiges Landmanagement und Wiederherstellungspraktiken,
  2. Politische Instrumente und institutionelle Gestaltung,
  3. Finanzierungslösungen und -strategien.

Die Bewertung des Wertes von Land und von Maßnahmen zum Landmanagement durch bedarfsorientierte, partizipatorische, integrierte und zukunftsorientierte Kosten/Nutzen-Analysen ist ein Mittel, um den Einsatz dieser Lösungen in der Politik und bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen und letztlich den Wandel voranzutreiben, der für den Erhalt von landbasierten Ökosystemen notwendig ist.

Die Kernbotschaft ist: Investitionen in die Wiederherstellung degradierter Landschaften und nachhaltige Bewirtschaftung mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung rechnen sich. Diese Investitionen verbessern Ökosystemleistungen, ermöglichen direkt oder indirekt höhere Einkommen und haben weitreichendere positive Auswirkungen (z.B. auf Migration). Agrar- und Ernährungssysteme, die auf gesunde Böden und Ökosysteme aufbauen, können Klima- und Katastrophenrisiken besser bewältigen und unterstützen Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit. Ein integrierter und standardisierter Ansatz entsprechender Analysen sowie die Berücksichtigung eines umfangreicheren Bündels an Ökosystemleistungen sowie weiterer sozio-ökonomischer Indikatoren. wird zukünftig unabdingbar sein, insbesondere für die Bereiche Klima, Biodiversität, Land und Boden.

Aus der ELD-Arbeit lassen sich so im Kontext Landmanagement eine Vielzahl von Beispielen aus aller Welt für den erfolgreichen Einfluss von ökonomischen Informationen auf Entscheidungen in verschiedenen Bereichen nennen, die diesen transformativen Wandel befördern: 

  • Ausweisung von Schutzgebieten (Jordanien, Ausweisung von 200.000ha unter nachhaltiger Nutzung nach dem traditionellen „Hima“-System))
  • Anpassung des rechtlichen Rahmenwerks (Georgien, neue gesetzliche Regelungen für die Nutzung von Ernterückständen)
  • Erhöhte Investitionen in nachhaltiges Landmanagement (Kenia, Nairobi Water Towers, verdoppeltes Investment in Nyandarua County für ein nachhaltiges Management des Wassereinzugsgebiets für Nairobi)
  • Strategische Entwicklungsplanung (Tunesien, Aktionsplan der Strategie 2050, Eine Kosten-Nutzen-Analyse von ELD zu nachhaltigem Landmanagement in Tunesien zeigt, dass mit einer Investition von 125 Euro pro ha/Jahr (400 Dinar), die Bodenfruchtbarkeit erhalten wird und jede investierte Einheit/jeder Euro zum Erhalt des Bodens eine Rendite des 12- bis 14-fachen erzielt.)

Business Case Natur – Ökonomie trifft Ökologie

Wenn sie gut entworfen und an den lokalen Kontext angepasst werden, sind naturbasierte Lösungen ökonomisch rentabel. Wenn man bei einer Gesamtrechnung Kosten und Nutzen vergleicht, liefern naturbasierte Lösungen positive ökonomische und gesellschaftliche Renditen von US$ 1.4 bis zu US$ 27 pro investiertem US$, üblicherweise innerhalb eines Zeitrahmens von sechs oder sieben Jahren. Zugrundeliegende politische Fragen und die entsprechenden Forschungsfragen müssen klar formuliert sein, um das richtige Studiendesign zu finden und den Bedürfnissen der Entscheidungsträger gerecht zu werden – jeder Bewertungsprozess läuft daher individuell unterschiedlich ab (kontextspezifisch, bedarfsorientiert). Eigenverantwortung und Partizipation sind dann der Schlüssel zum Wandel und zur Akzeptanz der jeweiligen politischen Entscheidung.

Die ELD-Initiative arbeitet aber nicht nur auf nationaler oder sub-nationaler Ebene  (z.B. in der Dimension eines Wassereinzugsgebiets), sondern auch in enger Kooperation mit multinationalen Institutionen auf globaler Ebene, um Entscheidungen beispielsweise in der Arbeit der Vereinten Nationen zu unterstützen. Gerade in der aktuellen „Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen“ der Vereinten Nationen ist ein verstärktes Interesse an der Thematik auch auf dieser Ebene zu verzeichnen.

Globale Relevanz – Dürre, Klima, Biodiversität

Als jüngstes Beispiel aus der multinationalen Arbeit von ELD, die die Thematiken von Land, Biodiversität und Klima vereint, ist der jüngst bei der 16. UNCCD Vertragsstaatenkonferenz veröffentlichte ELD-Bericht „Economics of Drought / Ökonomie der Dürre“ zu nennen. Dieser wurde erstellt, um die Diskussionen und Verhandlungen zu dieser hochaktuellen Thematik der Interessengruppen zu informieren und einen Beitrag zur Schaffung einer hochrangigen Dynamik zu leisten. Der von der UNCCD, der ELD-Initiative und der UNU-INWEH (United Nations University Institute for Water, Environment and Health) herausgegebene Bericht unterstreicht, dass sich vorausschauende Maßnahmen zur Dürre-Prävention auszahlen („proaction pays!“) und bietet wichtige Einblicke in die wirtschaftlichen Aspekte der Resilienz gegen Dürreereignisse. Da bis 2050 voraussichtlich drei von vier Menschen von Dürren betroffen sein werden, die durch die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen verursacht wurden, sind Investitionen in eine nachhaltige Land- und Wasserbewirtschaftung unerlässlich, um die Kosten zu senken, die bereits jetzt weltweit 307 Milliarden Dollar pro Jahr betragen.

Dieser ELD-Bericht schafft mit der Berechnung von verschiedenen Szenarien einen „business case“ für Investitionen in nachhaltiges Landmanagement und stützt sich auf eine Fülle von Belegen und Fallstudien aus verschiedenen Ländern. Die Arbeit liefert wirtschaftliche und geschäftliche Argumente für naturbasierte Lösungen für Praktiken, die Ökosystemfunktionen und die Gesundheit des Bodens wiederherstellen, um den Wasserkreislauf, die Wasserspeicherung und die Wasserversorgung zu verbessern und so das menschliche Wohlergehen zu fördern – zum Beispiel Wiederaufforstung, Weidemanagement und die Bewirtschaftung, Wiederherstellung und Erhaltung von Wassereinzugsgebieten. In der Zeit bis zur nächsten UNCCD Vertragsstaatenkonferenz kommen die Ergebnisse aus dem Bericht in den Zwischenverhandlungen, bei Aufbau von Kapazitäten der relevanten Entscheidungsträger*innen sowie dem Aufbau des bei der Vertragsstaatenkonferenz in Riad beschlossenen „Global Drought Resilience Funds“ zum Einsatz. Die Entwicklung entsprechender Kapazitäten und ein Lernen voneinander sind ein entscheidendes Element für eine langfristige Verankerung der Ergebnisse.

Weitere nationale und regionale Prozesse zu Themen wie Agrarökologie, Bestäuber, oder Weidelandschaften sind aktuell in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in der Durchführung, um den Wert der Natur und die Bedeutung von Ökosystemleistungen für Entscheidungsträger*innen sichtbar zu machen.

Mehr Informationen zu den genannten Studien- und Entscheidungsprozessen finden sich hier.

Kontakt: Johannes.Kruse@giz.de und Mark.Schauer@giz.de


[1] (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Service, IPBES [Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystem- Dienstleistungen (auch Weltrat für Biologische Vielfalt genannt), ist ein UN-Gremium mit 149 Mitgliedstaaten zur wissenschaftlichen Politikberatung zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen], Assessment on Land Degradation and Restoration 2018)

Über dieses Projekt

Natur ist unser Kapital ist eine Kampagne, um den Wert unseres Kapitals Natur anhand der Aufbereitung von Fallbeispielen aus Wissenschaft und Praxis sichtbar zu machen. Intakte und funktionsfähige Ökosysteme und ihre Leistungen bilden die Existenzgrundlage unseres Lebens. Dennoch wird der Wert dieses Kapitals nicht ausreichend in öffentlichen und privaten Entscheidungen berücksichtigt.

Unsere Art und Weise des Wirtschaftens und Konsumierens führt zu einer Überlastung der Natur. Das beeinträchtigt die Bereitstellung viele ihrer Leistungen und bedroht unsere Gesundheit, Lebensqualität und unser Wohlbefinden. Die Natur ist aus ökonomischer Sicht ein notwendiger Kapitalbestand, den wir erhalten und wiederherstellen müssen.

Nicht die Natur braucht uns, sondern wir brauchen die Natur und ihre Leistungen!

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