Nachhaltige Finanzen

Durch die Interaktion mit Unternehmen hat der Finanzsektor indirekte Auswirkungen auf das Naturkapital und somit auf die Bereitstellung von Ökosystemleistungen, die nicht nur Risiken für die Gesellschaft implizieren, sondern auch für den Finanzsektor selbst. Alle Unternehmen sind abhängig vom Naturkapital und ihrer Leistungen, entweder direkt durch ihre Geschäftstätigkeit oder indirekt über ihre Lieferketten. Ungefähr 44 Billionen US-Dollar an wirtschaftlicher Wertschöpfung - mehr als die Hälfte des weltweiten BIP - sind zumindest mäßig oder stark von Ökosystemleistungen abhängig. Eine Umlenkung der Finanzströme stellt einen wesentlichen Hebel dar, um Gelder für nachhaltige Investitionen bereitzustellen.

Nachhaltige Finanzen

Herausforderung

Die Erhaltung und Wiederherstellung des Naturkapitals und ihrer Leistungen ist wesentlich für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlergehen. Die indirekten wechselseitigen Auswirkungen zwischen dem Naturkapital und dem Finanzsektor zeigen die Notwendigkeit, dass Finanzmarktakteuren auch diese Form von Kapital bei Entscheidungen berücksichtigen.

Inwertsetzung

Bereits heute beziehen Finanzmarktakteure Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Entscheidungsprozesse ein. Allerdings sind noch keine klaren allgemeingültigen Kriterien für Nachhaltigkeit hinterlegt. Die EU plant dieses Problem mit dem Aktionsplan Sustainable Finance als Teil des EU Green Deals anzugehen. Dieser baut auf dem Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums von 2018 auf. Mit der Verordnung zur sogenannten Taxonomie soll der Grad der Nachhaltigkeit von Investitionen klassifiziert werden und so die bestehenden Berichtspflichten erweitert werden. Geldanleger*innen sollen umfassend über nachhaltige Investitionsmöglichkeiten informiert werden; und bei einem nachhaltigen Investment muss die Sicherheit gegeben sein, dass ein Geldinstitut nicht zum Schaden der Umwelt investiert.

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Sicherung des Naturkapitals als Risikovorsorge im Finanzsektor

Finanzinstitute können durch die Aktivitäten der von ihnen finanzierten Unternehmen indirekt die Erhaltung der biologischen Vielfalt fördern und damit wesentliche Risiken ihrer Investments verringern. Der Verlust der biologischen Vielfalt beeinträchtigt die Bereitstellung von Ökosystemleistungen, von denen viele Unternehmen abhängen. Das bedeutet wiederum Risiken für die Finanzinstitute, die solche Unternehmen finanzieren. Studien zeigen, in welchem Umfang Finanzinstitute Risiken aus dem Verlust von Artenvielfalt ausgesetzt sind und welche Möglichkeiten bestehen, den Verlust des Naturkapitals und der damit verbundenen Finanzierungsrisiken systematisch zu erfassen.

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Über dieses Projekt

Natur ist unser Kapital ist eine Kampagne, um den Wert unseres Kapitals Natur anhand der Aufbereitung von Fallbeispielen aus Wissenschaft und Praxis sichtbar zu machen. Intakte und funktionsfähige Ökosysteme und ihre Leistungen bilden die Existenzgrundlage unseres Lebens. Dennoch wird der Wert dieses Kapitals nicht ausreichend in öffentlichen und privaten Entscheidungen berücksichtigt.

Unsere Art und Weise des Wirtschaftens und Konsumierens führt zu einer Überlastung der Natur. Das beeinträchtigt die Bereitstellung viele ihrer Leistungen und bedroht unsere Gesundheit, Lebensqualität und unser Wohlbefinden. Die Natur ist aus ökonomischer Sicht ein notwendiger Kapitalbestand, den wir erhalten und wiederherstellen müssen.

Nicht die Natur braucht uns, sondern wir brauchen die Natur und ihre Leistungen!