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Insektensterben gefährdet Ökosysteme. Ursachen, Folgen & Chancen durch Renaturierung für mehr Biodiversität und Naturflächen.
Spätestens seit der Veröffentlichung der Krefeld-Studie 2017, in der ein drastischer Rückgang der Fluginsekten in deutschen Schutzgebieten nachgewiesen wurde, ist das Thema Insektensterben in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Naturschützer – sie hat direkte Folgen für unsere Ökosysteme, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.
Die weltweite Zerstörung von Ökosystemen wird häufig durch Investitionen europäischer Banken mitfinanziert. Der EU-Finanzsektor spielt dabei eine entscheidende Rolle – mit erheblichen Auswirkungen auf den globalen […]
In dem Roman Die Flüsse von London des britischen Autors Ben Aaronovitch führen die Flüsse der Hauptstadt ein höchst merkwürdiges Eigenleben. Die Themse und ihre Nebenflüsse werden von Flussgottheiten bewohnt, die vollkommen mit dem Wasser verbunden sind und dessen Strömung sogar beeinflussen können. Aus rechtswissenschaftlicher Perspektive lässt sich daraus ableiten, dass diese Flüsse in der Erzählung als Rechtspersonen oder Rechtssubjekte auftreten – Wesen mit eigenständigen Rechten und Handlungsmöglichkeiten.
In Auen treffen viele Interessen aufeinander: Hochwasserschutz, fruchtbare Böden für die Landwirtschaft, Schifffahrt, Wasserkraft, Tourismus, Naturschutz. Intakte Auen gehören zu den Hotspots der Biodiversität, zählen aber auch zu den am stärksten veränderten Ökosystemen. Der Handlungsbedarf, um naturnahe Bedingungen wiederherzustellen, ist groß. Ein scheinbar unlösbarer Zielkonflikt – doch mit naturbasierten Lösungen im Auenmanagement ließen sich viele Interessen miteinander verbinden.
Mit 700.000 Besucher*innen und 23.000 Delegierten aus 196 Staaten war die 16. Vertragsstaaten-Konferenz (COP 16) des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) vom 21. Oktober bis 2. November 2024 im kolumbianischen Cali die bisher größte Konferenz in der Geschichte der Konvention. Unter den Besucher*innen waren besonders viele Vertreter*innen der Privatwirtschaft. Ein gutes Zeichen für die weltweit stark bedrohte Artenvielfalt?
Die Welt nähert sich kritischen ökologischen Kipppunkten, die den Planeten über seine lebenswerten Grenzen hinausschieben könnten. Die 16. Konferenz der Vertragsparteien (COP16) des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt, die vom 20.10 bis 1.11.2024 in Kolumbien stattfindet, ist eine wichtige Gelegenheit, die nicht verpasst werden darf, um den Verlust der Natur aufzuhalten und zu verhindern, dass die Welt diese Grenzen überschreitet.
Meere sind nicht nur Nahrungslieferant, sondern beherbergen auch die weltweit größte Artenvielfalt und produzieren etwa die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen. Außerdem sind Meeresökosysteme die größte Kohlenstoffsenke der Welt und stabilisieren unser Klimasystem….
Steigt man dieser Tage mit dem Zug am Berliner Hauptbahnhof aus, läuft man fast zwangsläufig einer digitalen Litfaßsäule entgegen. Süße Erdmännchen sind zu sehen, und eine Frage fällt direkt ins Auge: „Weißt Du, was Biodiversity Credits sind?“
Wenn so ein abstraktes Thema es in die Werbung am Hauptbahnhof geschafft hat, könnte man meinen, das Thema sei im Finanzsystem angekommen, oder nicht?
Die EU- Verordnung für die Wiederherstellung der Natur, derzeit im Trilog zwischen dem Europäischen Parlament, dem Ministerrat und der Europäischen Kommission, sieht vor, dass bis 2030 auf 20 Prozent der Land- und Meeresflächen Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Mit dem Gesetz sollen der Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2030 umgekehrt und komplexe Ökosysteme wiederhergestellt werden. Die rechtsverbindlichen Ziele gelten insbesondere für Ökosysteme, die Kohlenstoff speichern oder Naturkatastrophen abschwächen können.
Vom 7. bis 19. Dezember 2022 kamen im kanadischen Montreal Vertreter von rund 200 Staaten auf der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD COP 15) zusammen, um globale Ziele für den Schutz von Tier- und Pflanzenarten und der weltweiten Ökosysteme zu vereinbaren. Da keine der bisher geltenden Zielsetzungen der CBD COP 10 in Nagoya 2010, die sogenannten Aichi-Ziele, in der vorgegebenen Zeit vollständig und nur sechs Ziele teilweise erreicht wurde wurden, waren die Erwartungen der Verhandler aber auch der Öffentlichkeit entsprechend hoch hoch.